Donnerstag, 4. Juni 2015

Warum die Autos immer dicker werden

Ich hatte in der Vergangenheit und auch aktuell bei Interviews im Radio nie verhehlt, dass ich die hiesige Autogeilheit ein bisschen extrem finde.

Fahrzeuge, Fußball, Fernsehen (manchmal auch alles zusammen, wie letzten Samstag der Gewinn des Volkswagen-Pokals durch den Volkswagenfußballklub, live in der ARD) bilden meiner Meinung nach eine Phalanx, die die Arbeitnehmer in Deutschland stillhalten soll.

Ich frage mich in letzter Zeit, warum die Autos immer riesiger und "sportlicher", kurz: immer unnütz höherwertiger werden. Der niedrige Zinssatz erklärt es zwar (in Spanien und USA hat man die Finanzblase mit Immobilienkrediten angefacht, bei den Deutschen muss man mit Autos locken), aber glauben tue ich daran nicht. Weil die Deutschen sehr sparsame und zweckverbundene Menschen sind.

Da ist noch was anderes, ich spüre es.

Meine Theorie ist: Die Deutschen haben gelernt, dass ihre irrsinnige Schufterei, die viele Opfer kostet, unter anderem nervliche, nur Sinn macht, wenn man sich im Gegenzug mit einer Erhöhung der Lebensqualität belohnt. Nun war es seit 1886 Konsens, dass teure, schöne Autos die Lebensqualität der Menschen erhöhen. So muss es doch weiter gehen.

Oder?

Die Menschen versuchen es momentan, sie kaufen immer größere, immer breitere, immer lautere Autos mit dem Nullzinssatz, um nochmal das Gefühl zu erleben, was man früher hatte, wenn man hart gearbeitet hat: Alles wird besser.

Aber wie lange noch?

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