Dienstag, 26. Februar 2013

Verzicht ohne Vorgabe

Ihr lest einen Gastblog des Kollegen DeJo.

Nüchtern betrachtet stellt sich mir die Frage, ob diese Fastenzeit, in der wir uns gerade bewegen von den sogenannten religiös angehauchten Personen überhaupt wahrgenommen wird.
Verzicht auf Alkohol??? Keine Spur.
Verzicht auf Fleisch oder fettes Essen??? Keine Spur.
Braucht man denn wirklich jemanden, der uns diktiert, ob und wann man denn "verzichtet"??

Da ich nun seit Mai 2012 'Straight Edge' durchziehe (engl.: etwa ‚nüchterner Vorteil‘, wörtlich: ‚gerade Kante') finde ich es immer wieder amüsant zu beobachten, wie einige Menschen versuchen in diesen 6 Wochen dem "Verzicht" nachzueifern....um dann doch gnadenlos zu scheitern.

Der Grund ist eigentlich simpel. Man macht es nicht aus Überzeugung, sondern aus dem Zwang es machen zu müssen, um sich dann ab Ostern doch wieder schön zu besaufen.

Persönlich fehlt mir der Alkohol überhaupt nicht. Ausserdem kann ich sagen, dass es mir durchaus besser geht. Körperlich und Seelisch!
Das hat bei einigen in meinem Freundeskreis doch die eine oder andere Irritation aufgeworfen. Doch ich mach es ja für mich...und nur für mich!
Die Hardcore-Musik hat mir neue Tore geöffnet, die ich bis dato nicht kannte.

Verzicht erreicht man erst, wenn man es mit vollster Überzeugung will.
Ich kenn genug, die mir erzählen, "Ich trinke nix mehr", um dann 3 Tage später doch wieder besoffen zu sein, weil sie ihr Leben nicht in den Griff bekommen.
Das ist ja sicher jedem seine Sache, aber später wird dann gejammert, wenn man mal wieder im Suff Dinge getan hat, die einen selbst erschrecken.

Verzicht schafft man nur, wenn man die Ursache seines Verhaltens erkennt und nicht durch gesellschaftliche Vorsätze, die ein Ideal symbolisieren, welches nie erreicht wird.

In diesem Sinne...

To the heart!


Ich danke dir, DeJo!

Kommentare:

  1. Ich sehe es eigentlich wie du. Wenn man auf etwas verzichten will, braucht es mehr, wie ein "Oh es ist Fastenzeit. Ich darf jetzt nicht mehr!". Andererseits brauche ich persönlich diesen "Ansporn". Dann fällt mir das Verzichten auch nicht schwer, aber von mir aus bringe ich die Stärke bzw. das Durchhaltevermögen oft nicht auf.

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  2. Ich persönlich verneige mich in tiefer Bewunderung vor dem Autor De Jo. Mir fällt es schwer, auf Alkoholika zu verzichten, auch weil diese sehr stark in unserem gesellschaftlichen Alltagsleben verankert ist. Mit dem Rauchen war es für mich leichter aufzuhören, gerade auch weil hier im Saarland strenges Rauchverbot herrscht und kaum noch jemand raucht.

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