Dienstag, 5. Februar 2013

The Sound of Musik

Morgen vor fünfzehn Jahren ereignete sich auf der Karibikinsel Hispaniola ein Autounfall, bei dem einer der Helden meiner Kindheit, ein Wiener Sängerknabe namens Johann Hölzl, viel zu früh zu Tode kam.


Ich war der größte Falco-Fan der Welt, mindestens! Ich mochte diesen Sound aus Wiener Dialekt, Hochdeutsch und verruchtem amerikanischem Ghetto-Slang. Falco passte in die Zeit: Ein Narziss. Eigensinnig. Anspruchsvoll. Abgehoben. Eitel. Und a bisserl durchgeknallt.

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als ich mit meinem Vater und meinem (damals) kleinen Bruder durch die holzgetäfelten Ganglien der Saarlandhalle einmarschierte, voller Erwartung und Vorfreude. Mein erstes Konzert! Ich war zehn Jahre alt. Im Foyer standen die Fans und rauchten, aus dem Lautsprecher erschall "The Final Countdown", und die Saalwachen verteilten an jeden Besucher eine Probe "New-Wave"-Haargel mit Falco-Portrait.

Es war 1986, und ich war zehn Jahre alt. Der Meister begann mit "The Sound of Musik", und am Ende der Knaller - "Rock Me Amadeus". Der Song war genau zu diesem Zeitpunkt auf Platz 1 in den Vereinigten Staaten von Amerika - als bis heute einziges Lied in deutscher Sprache. Mann, war ich stolz darauf, dieses Lied hier live zu hören!

Zu Weihnachten im gleichen Jahr gab's einen tragbaren Cassettenspieler und dazu die "Emotional" als Musikkassette. Wie unvergleichlich ein solches Erlebnis ist, wissen alle, die an populärer Musik interessiert sind und sich noch an ihr "erstes Mal" erinnern können. Ich habe mir die "Emotional" übrigens letztens bei Karstadt als CD gekauft und in mein iTunes geladen. Es macht immer noch Spaß, zuzuhören. Der Sound der Achtziger!

Die deutsche Sprache hat Falco einiges zu verdanken: Er hat ihre weltweite Verbreitung gesteigert und den deutschsprachigen Rap auf dem ganzen Globus populär gemacht, bevor es überhaupt andere prominente Acts in diesem Bereich gab: "Der Kommissar" (1981) platzierte sich mehr als 10 Jahre vor dem Durchbruch der Fantastischen Vier auf Platz 2 der US-Charts.

Nach seinem Tod wurde die letzte Platte veröffentlicht, an der er zu Lebzeiten gearbeitet hatte. Songs wie "Egoist" und der Titelsong "Out of the Dark" sind erneut Klassiker geworden, die ich mir immer wieder anhören kann.

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