Dienstag, 12. Februar 2013

Fleisch

Am morgigen Aschermittwoch beginnt für uns Katholiken traditionell die Fastenzeit. Soll heißen, die Konsequenten oder die besonders Gläubigen unter uns werden 6 Wochen lang kein Fleisch essen.


Quelle: Thomas Weiss  / pixelio.de

Was wäre der Saarländer ohne seinen Lyoner, der Bayer ohne seine Weiß-, der Berliner ohne Currywurst und der Pfälzer ohne Saumagen?

Ziemlich hungrig, würde ich schätzen. Aus diesem Grunde hat sich der Fleischverzehr in Deutschland in den 30 Jahren nach dem Krieg verdreifacht. Seitdem bleibt er auf hohem Konsum konstant.

Quelle: Wikimedia Commons, Rainer Zenz (CC BY-SA 2.5)

Doch diese langjährige Stabilität im Fleischverkauf täuscht. In den jüngeren Jahrgängen ändert sich das Essverhalten. Langsam, aber sicher. Bilder wie die des netten älteren Ehepaars, das im Supermarkt um die Ecke den Einkaufswagen bis obenhin mit Fleisch gefüllt hat, werden ebenso seltener wie der nette Metzgerladen im Dorf.

Das hat Gründe:
  1. Fleisch ist vielen Menschen einfach viel zu fett. Eiweißlieferanten gibt es auch andere. So besteht zum Beispiel Soja zu 40 Prozent aus Eiweiß. Auch andere Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen bieten sich als Alternativen an.
  2. Die Zucht von Fleisch-lieferndem Vieh wie Rindern frisst jede Menge Ressourcen. So werden riesige Ackerflächen, die man für den Anbau von Lebensmitteln für den Menschen nutzen könnte, zur Gewinnung von Viehfutter missbraucht. Ebenso verschlechtert sich das Weltklima, weil Vieh ähnlich wie der Mensch Kohlendioxid ausstößt, Sauerstoff aber verbraucht. Die riesigen Rinderherden in Südamerika stoßen jede Menge "Abgase" aus, die den Methanhaushalt unseres Planeten belasten.
  3. Bei Probe-Wahlen in Grundschulen wurde immer wieder ein erhöhter Stimmenanteil für die Tierschutzpartei festgestellt. Die Allerjüngsten treiben da einen Trend an, dem sich ihre Eltern nicht ganz verschließen können. "Wo kommt denn das Stück Fleisch her, Mama?" - Gib deinem Kind auf diese Frage mal eine ehrliche Antwort und du ziehst dir einen Vegetarier heran.
  4. Nach wie vor geben sich die Lebensmittelskandale die Klinke in die Hand. Besichtige das Werk eines großen Hähnchenverarbeiters in Niedersachsen, und du wirst dir beim nächsten Besuch eines Discounters dreimal überlegen, ob es am Montag wirklich das Hähnchen-Cordon-Bleu sein muss oder ob Nurrele un Grumbiere (Nudeln und Kartoffeln) nicht auch gut schmeckt.

Sieht so unser künftiges Essen aus?
Schon die Ärzte sangen einst: "Ich ess' Blumen."
Bildquelle: H.D.Volz  / pixelio.de

Aus mir wird man voraussichtlich so schnell keinen Vegetarier machen können, dafür bin ich schon zu versaut. Aber die jüngere Generation macht es uns vor: Wir brauchen Fleisch nicht unbedingt. Mit Sicherheit brauchen wir es nicht jeden Tag.

Es gibt Alternativen.
Lasst sie uns entdecken.
Und an Ostern gibt es wieder leckeren Hasenbraten.

***

In der Fastenzeit wollen wir auf gut katholische Weise dem Thema "Luxus, den wir uns in Zukunft auch sparen können" widmen. (Damit ist nicht Papst Benedikt der XVI. gemeint ;-)). Ab Ostern geben wir uns wieder dem Genuss und der Lebensfreude hin. Haltet ihr so lange durch?

1 Kommentar:

  1. Fleisch ist mein Gemüse. Auf Fleisch zu verzichten ist heutzutage wirklich kein Problem mehr, da der Markt einfach viel zu viele Alternativen anbietet. Vor noch 20 Jahren war es bestimmt kein leichtes auf Fleisch zu verzichten und verpönt war es sicherlich in der Gesellschaft auch. Heute wissen wir, dass der regelmäßige Fleischkonsum gefahren mit sich birgt, aber auch ganz den Verzehr einzuschränken muss nicht unbedingt gesund sein, aber Fakt ist nun mal, dass Vegetarier einfach leichtfüßiger durchs Leben gehen.

    Bilanz nach 5 Wochen vegetarischer Ernährung - Puls4

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