Dienstag, 15. Januar 2013

Leinen los!

Bei meinem letzten Berlin-Aufenthalt besuchte ich mit einer Freundin und meiner Reisebegleiterin den Grunewaldsee. Meine Bekannte hatte ihre beiden Hunde dabei, einen Mops und einen Dalmatiner.


Berlin, Grunewaldsee
Quelle: Karl-Heinz Liebisch  / pixelio.de

Der Grunewaldsee verfügt über einen Hundestrand. Man kann sehr viele unterschiedliche Hunde beobachten, Windhunde, Bassets, Terrier, Deutsche Schäferhunde. Etwas ganz Interessantes ist mir aufgefallen: So lange die Hunde angeleint sind, bekläffen sie sich untereinander, keifen sich an, führen Kämpfe. Sobald man aber die Leinen löst, beschnuppern sie sich und albern miteinander herum. Die Aggression, der Konkurrenzgedanke: Weg.

Der große Hund zeigt ein gewisses Dominanzverhalten,
wenngleich hier Neugier zu überwiegen scheint.
Quelle: fritz zühlke  / pixelio.de

Nicht umsonst ist der Hund eines der wenigen Tiere, die die Ehre haben, mit dem Mensch unter einem Dach wohnen zu dürfen. Dies kommt daher, dass diese Tiere ein dem Menschen sehr ähnliches Sozialverhalten zeigen. Sie erkennen Hierarchien an und respektieren den Menschen als Chef. Kennt ihr Situationen, in denen Menschen genauso reagieren wie Hunde?

Wir trafen am selben Wochenende in der S-Bahn auf Fußballfans, die beim Zweit-Bundesliga-Spiel Hertha BSC Berlin gegen Union Berlin anwesend waren. Die Trikotfarbe hatte die gleiche Wirkung wie die Leine am Grunewaldsee, wenn auch der Umgang der Fans untereinander sehr spielerisch und wenig feindselig gewesen sein mochte.


Länderspiele haben die Funktion des Krieges
auf eine symbolische Ebene transformiert.
Quelle: Hans-Peter Reichartz  / pixelio.de

Ein drastischeres Beispiel wäre der Vergleich zwischen jungen Deutschen in Frankreich 1941 und 2013 im Vergleich. Wie anders funktioniert das Aufeinandertreffen der Völker im Krieg einerseits, im Rahmen des europäischen Studentenaustauschprogrammes Erasmus andererseits?

Die Lehre daraus: Lasst die Leinen los und sprengt eure Ketten! Wir werden ganz bestimmt im Vorfeld der Bundestagswahl oder im Hinblick auf die Griechenland-Berichterstattung in der Boulevardpresse auf dieses Thema zurückkommen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen