Dienstag, 8. Januar 2013

Das unbeschriebene Blatt

Ein neues Jahr ist wie ein unbeschriebenes Blatt. Da ist man wochenlang mit Weihnachtsstress, Weihnachtsfeiern und Silvester-Vorbereitungen beschäftigt, und dann ist plötzlich alles vorbei.

Jetzt stehe ich hier und weiß nicht, was soll aus diesem Jahr werden? Was meine Ziele sind, das habe ich inzwischen herausgefunden: Neben dem obligatorischen Vorsatz ("weniger trinken!"), möchte ich endlich meinen zweiten Roman, der leider stockt, zu Ende bringen.

Ganz gut ist es, dass ich mich mit meiner Ankündigung, von nun an jede Woche bloggen zu wollen, mächtig unter Druck gesetzt habe. Jetzt bereite ich in den Schreibpausen schon mal die Blog-Einträge für die nächsten paar Wochen vor, sodass Dienstags um 19 Uhr auch schön für Futter gesorgt ist. Ach ja: Arbeiten gehe ich auch noch.

Wenn ich manchen Menschen von meinem Hobby, dem Schreiben, erzähle, dann fragen sie mich: Hast du schon einen Verlag gefunden? Hast du schon veröffentlicht?

Ist das nicht seltsam? Wenn ich in meiner Freizeit töpfern oder Handball spielen würde, dann fragte mich auch keiner, ob ich mit dieser Tätigkeit schon Geld verdient habe. Wenn es kommt, dann kommt es. Wenn nicht, fühlen sich die Romane auf meiner Festplatte genauso wohl wie in eurem Bücherregal. Und wenn der Ehrgeiz mich gar nicht mehr loslässt, gibt es immer noch Amazon Kindle Direct Publishing, wo ich Texte selber unters Volk bringen kann.

Ich habe mich letztens gefragt, mal angenommen, jemand käme aus der Zukunft und würde dir Stein und Bein schwören, dass du nie auch nur einen Text veröffentlichen wirst: Würdest du trotzdem weiterschreiben? Und ich antwortete mir selbst, ohne nochmals drüber nachzudenken: Selbstverständlich würde ich das.

Würdet ihr doch auch, wenn ihr in eurer Freizeit zum Beispiel Tennis spielen oder malen oder den Garten pflegen würdet?

Nur manchmal gibt es Probleme. Da sitzt man vor seinem Computer und es fällt einem so gar nichts ein. Man starrt auf den Display und sieht bloß... ein unbeschriebenes Blatt.

Kommentare:

  1. „Da steh ich nun, ich armer Tor,
    und bin so klug als wie zuvor.“

    So oder so ähnlich muss man sich wohl fühlen, wenn man im Februar feststellt, dass die "Guten Vorsätze" entweder an mangelndem Willen oder an utopischen Zielen mal wieder gescheitert sind.

    Vorsätze bringen nichts.
    Ich habe im letzten Mai den Entschluss gefasst, keinen Alkohol mehr zu trinken.
    Die Musik hat mich darauf gebracht...aber auch gewisse Erfahrungen im Freundeskreis...

    Da ich Hardcore-Musik höre und dort 'Straight Edge' eine weit verbreitete Lebenseinstellung ist, bin ich darauf gestoßen.
    Und diese Entscheidung war goldrichtig.
    Getreu dem Motto:" Don't think, don't smoke, at least I can fucking think!"

    Ich brauche dafür keine Gesellschaftsrituale o.ä., sondern lediglich die persönliche Einstellung hat mich dazu gebracht.
    Vielleicht auch ein wenig Aufklärung, wie es Immanuel Kant treffend formulierte:"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"
    In diesem Sinne!

    To the heart!

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    1. Hi DeJo,

      du bist in dieser Sache ein großes Vorbild.

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  2. Berlin ist einfach eine wunder, wunder, wundervolle Stadt!
    Mir gefallen deine Texte sehr gut & du hast Recht; höre bitte niemals auf zu schreiben!
    Auch wenn man mal in ein "Kreatief" gelangt, man findet immer hinaus... :-)

    allerliebste Grüße,
    feel-unbelieveable.blogspot.com

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