Freitag, 28. September 2012

Der vollkommen falsche Mann

Ich habe Peer Steinbrück erst ein einziges Mal live erlebt. Ich schlendere so durch die Parteitagshallen, da stehen neben mir drei Damen, die sich angeregt mit einem sehr selbstbewusst wirkenden Typen unterhalten. Ich denke, Mann, ist der arrogant.


Ich habe davor und danach nie jemanden mit einem solchen Selbstbewusstsein erlebt wie Peer Steinbrück. Das muss allerdings nichts Negatives sein. Schröder, erinnere ich mich, empfand ich als unsympathisch. Steinbrück nur als arrogant.

Steinbrück behauptet, der richtige Mann für die Krise zu sein, er hat auch ein inhaltlich gutes Papier zur Lösung der Finanzkrise vorgelegt. Warum ist Steinbrück dennoch der falsche Kandidat?

Steinbrück schleppt jede Menge Altlasten mit sich: Er hat es geschafft, die SPD-Hochburg Nordrhein-Westfalen nach 40 Jahren an die CDU zu verlieren - fünf Jahre später hat eine ehemalige Ministerin von Steinbrück sie zurückgewonnen.

Ein Kunststück, das die wirklich Mächtigen, die keine Arbeitnehmervertretung in der Regierung sehen wollen, offenbar begeistert hat. Deswegen bieten sie der SPD nun diesen teuflischen Pakt an, den schon Lafontaine 1998 eingegangen ist, was er inzwischen bitter bereut: Gebt uns den richtigen Kandidaten - und wir geben euch die richtigen Schlagzeilen! Die Rechnung wird dann später präsentiert, wenn die SPD-Wähler nicht mehr zur Urne gehen.

Steinbrück hat nach seiner Zeit als Ministerpräsident den Job des Bundesfinanzministers ausgeübt. Was er in dieser Position so alles zuwege gebracht hat, seht ihr hier:

Nachdenkseiten
Duckhome

Steinbrück hat zuerst das Bankengeschäft dereguliert, und ihnen damit das Zocken an den internationalen Spielcasinos und damit auch die Finanzkrise ermöglicht, und als das Casino dann zusammenkrachte, öffnete er das Füllhorn aus Steuermitteln für die Pleitebanken. Sein Urgroßvater, der Gründer der Deutschen Bank, wäre stolz auf ihn gewesen.

Steinbrück senkte die Erbschafts- und Unternehmenssteuer und erhöhte die Mehrwertsteuer, die jeder zahlen muss. Er führte die Abgeltungssteuer ein, womit leistungslose Einkommen (Erbschaften, Dividenden, Anlagevermögen) besser gestellt werden als leistungsabhängige Einkommen (Löhne und Gehälter). Das motiviert uns doch zum Arbeitengehen, oder?

Steinbrück ist der vollkommen falsche Mann. Wenn die SPD glaubt, mit dieser Person könne man CDU- und FDP-Wähler ködern, dann irrt sie. Diese Menschen schätzen das Original, denn Frau Merkel tut genau das, was diese Wähler erwarten: Sie sichert große Vermögen und trägt Sorge, dass die Abstände zwischen Arm und Reich so bleiben, wie sie sind. Und das sehr erfolgreich.

Grund zum Jubeln über die Entscheidung der SPD über ihren (Vize-)Kanzlerkandidaten haben insbesondere Die Linke und die Grünen.

Sie können sich glücklich schätzen, bald weitere SPD-Stammwähler begrüßen zu können.

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