Samstag, 4. August 2012

Saar-Spektakel

Voilà, das diesjährige Saarspektakel ist eröffnet und ich habe mir erlaubt, hier mit meiner Begleitung das Wochenende einzuläuten.

Voller Begeisterung flaniere ich über die neue Berliner Promenade, die nun an südländische Urlaubserinnerungen anknüpft. Die Stadtmitte am Fluss lebt.

Nachdem wir uns am Thai-Food-Stand an frittierten Hühnerkrallen sattgenagt haben, brauchen wir ein wenig Bewegung.

Wir bummeln an den Saarwiesen vorbei und passieren den Stand der "Bundeswehr als Arbeitgeber". Was bietet uns dieser Aussteller? Schöner sterben unter der Sonne Afghanistans? Passend dazu das ausgestellte Kriegsgerät, ein rechteckiger Hohlkörper mit der Aufschrift "für zehn Personen", der aussieht wie ein überdimensionaler Schlafsack. "Ich habe noch nie solch einen großen Sarg gesehen", sage ich zu meiner Begleiterin. Gleich nebenan präsentiert sich die LVM-Lebensversicherung. Na klar, die Hinterbliebenen wollen versorgt sein.

Im Zelt auf der Saarwiese ein etwas ins Alter gekommener Aushilfs-Gondoliere, dessen Gejaule bei den Saarländern sicherlich als zeitgenössische italienische Musik durchgeht ("Volare"). Natürlich jede Menge Songs von Ramazotti. Da wünscht man sich spontan drei Liter von dem gleichnamigen Getränk, um diese Erfahrung verarbeiten zu können. Rockröhre Doro gibt ihr Gastspiel nebenan auf der Salü-Bühne.

Zwischendurch brauche ich ein Bier. Es gibt Zwickelchen von der Bruchbrauerei. Ich beschließe, dass ich noch eins packe. Das Gespräch am Nachbartisch verfolge ich mit Interesse. "Ich saan nix mehr", sagt die junge Dame, "sie heere jo ned". An so einem schönen Freitagabend an der Saar fühlt man sich wie zuhause.

Nach einer tollen Feuershow auf der beleuchteten Saar lauschen wir der Musik auf der Bühne am Saarkran, wo die Reinkarnation von Amy Winehouse sich durchaus kompetent erneut an dem Zutons-Klassiker Valerie probiert.

Noch ein Crèpe, dann verabschieden wir uns. Es war ein überaus lustiger Abend, und ich werde nie die Gesichter derjenigen vergessen, die zugesehen haben, wie meine Begleiterin sich das Hühnerbein, das aussah wie wie mein Rückenkratzer, in den Mund steckte.

1 Kommentar: