Samstag, 17. Dezember 2011

Weihnachtsansprache

Eine stressige Woche liegt hinter uns. Es ist nicht die erste. Es ist wahrscheinlich die fünfzigste, gefühlt jedoch die hundertste, stressige und hektische Woche in diesem Jahr, in der wir nicht dazu gekommen sind, uns richtig zu entspannen.

Die Arbeitsverdichtung am Arbeitsplatz wird immer höher, dafür verdienen wir immer weniger Geld und haben immer schlechtere Aufstiegschancen. Und wenn wir nach Hause kommen, merken wir, dass diese Probleme an unseren Familien nicht vorbeigehen.

Mit der Demokratie nicht nur in unserem Lande geht es zu Ende. Egal, wen wir wählen, wir erhalten immer eine Regierung, die das Volksvermögen an Kapitalbesitzer verschleudert und sich das Geld durch Kürzungen bei Sozialleistungen, Schulen, Kindergärten oder Bahnlinien wieder hereinholt.

Obwohl die Krankenkassenbeiträge ständig steigen, werden die Wartezeiten beim Arzt ständig länger. Das Vertrauen in Kirche, Schule und andere Institutionen haben wir verloren. Bischöfe vertuschen die Machenschaften pädokrimineller Priester, Lehrer scheinen sich nicht mehr für ihre Schüler zu interessieren. Wir finanzieren unseren Kindern Studium, Auslandsaufenthalt und unbezahlte Praktika, nur damit sie anschließend dennoch arbeitslos sind.

Wir fühlen uns ausgebrannt. Wir fühlen uns alleine. Wir stehen am Tresen und trinken ein Bier nach dem anderen, nur um danach festzustellen, dass auch das nicht hilft.

Versuchen wir, all diese Schwierigkeiten für die kommenden Tage aus dem Kopf zu bekommen.

Machen wir einen Waldspaziergang. Atmen wir die frische Luft und genießen wir die Ruhe. Lassen wir die Schönheit der Natur auf uns wirken.

Treffen wir alte Freunde. Erinnern wir uns an gemeinsame Zeiten und hören uns Geschichten aus ihrem Leben an.

Besuchen wir einen der Weihnachtsmärkte in der Provinz. Freuen wir uns an den Angeboten, die unsere engagierten Mitbürger für uns auf die Beine gestellt haben. Oder packen wir selber an. Wärmen wir uns am Glühwein und am Kinderpunsch auf.

Lassen wir den Fernseher aus und machen eine Lesestunde mit unseren Kindern.

Machen wir mit den Eltern einen Ausflug zum Friedhof. Danach gibt's Kaffee und Kuchen.

Gönnen wir uns einen Abend in einem der zahlreichen erstklassigen Restaurants im mittleren Preissegment, die es gerade hier in der Saarregion gibt. Genießen wir dazu einen famosen Bordeaux bei Kerzenlicht.

Hören wir mal wieder besinnliche Weihnachtslieder und lassen wir uns davon das Herz erwärmen. Aber schmeißen wir "Last Christmas" vorher aus unserer iTunes-Musikbibliothek raus.

Freuen wir uns auf ein arbeitsfreies und verlängertes Weihnachts-Wochenende.

Wir werden erleben, dass die Welt noch fröhliche Dinge zu bieten hat und dass wir unseren Arbeitsalltag ausblenden können.

Ich wünsche allen Lesern die Kraft, ein harmonisches Fest zu feiern und vom Alltag abschalten zu können.

In diesem Sinne Frohe Weihnachten!

Kommentare:

  1. "Packen wir die Eltern ins Auto und fahren mit ihnen zum Friedhof. Danach gibt's Kaffee und Kuchen."

    Das kann missverstanden werden ;-)

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  2. Schade, fand die andere Version weihnachtlicher;) Besinnliches Fest

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  3. Packen wir lieber ein Geschenk für die Eltern und die Kinder... ;-)

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