Donnerstag, 20. Oktober 2011

Schriftsteller als Models

An der Bushaltestelle vor unserem Haus hängt neuerdings eine Werbung der Firma Peek & Cloppenburg. "Unsere spannendsten Krimiautorinnen präsentieren die neue Herbstkollektion," steht darauf.

Ungläubig reibe ich mir die Augen. Da posiert so ein zierliches, gutaussehendes und selbstredend dünnes Püppchen mit der neuen Herbstmode, um auf ihre literarischen Höchstleistungen aufmerksam zu machen.


Ich fasse es nicht. Müssen jetzt schon Schriftsteller gut aussehen, damit ihre Bücher sich verkaufen? Was ist das für eine Welt, in der sogar die Schreiber von schwarzen Buchstaben auf weißem Papier oder E-Book-Display sich als Schönheitsideale promoten müssen?

Es war mir schon klar, dass heutzutage nur der einen Buchvertrag bekommt, der sich gut verkauft und nach Möglichkeit aus gutem Hause kommt, was diese Dame durch ihr spatzenhaftes Äußeres unterstreicht.

Anders gefragt: Bekomme auch ich endlich den begehrten Buchvertrag, wenn ich mich künftig als Kleiderständer für Unterwäsche in Szene setze? Ich bin sicher, dass ich für die Präsentation der neuen Damenmode sicherlich geeignet wäre, wie man auf dem Foto hier sehen kann. Insbesondere einige Landwirte aus der näheren Umgebung könnten interessiert sein, wenn sie nach Modeideen für die Einkleidung ihrer Vogelscheuchen in der Herbstsaison suchen.



Aber ganz ehrlich: Würde ich nicht lieber mit meinem Vorbild Stephen King als Attraktion in der Geisterbahn zur Verfügung stehen? Auch das gäbe gute PR.

So, Schluss mit dem Gequatsche. Ich habe noch einen Termin bei der Casting-Agentur.

Bis bald!

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