Samstag, 27. November 2010

Fort Knox an der Saar

Der Seven Club in Saarbrücken ähnelt ein wenig einer Bundeswehr-Kaserne. Fünf gepanzerte Security-Leute bewachen eifersüchtig den Eingang, in der Hand ein Walkie-Talkie, lediglich das Maschinengewehr im Gürtel fehlt. Laut Programmheft sollte es um 23.00 Uhr losgehen.


Um 23.10 Uhr dann endlich erbarmen sich die Schwerbewaffneten, diese Hyänen und Schmarotzer, diese jämmerlichen Bittsteller, die vor der Tür stehen, nicht länger zu ignorieren und ihnen gnädigst Einlass zu gewähren.

Natürlich nicht, ohne dass der Einlasswillige zuvor den Personalausweis zu zücken hat.

„Was? Du bist Franzos‘? Trägst deinen Ausweis nicht von früh bis spät mit dir? Raus hier!“

Oder der kritische Saarländer, in Gestalt meiner Person:
„Warum soll ich hier den Ausweis vorzeigen?“ – „Weil wir gerne wissen wollen, mit wem wir es zu tun haben?“ – „Und dafür auch noch acht Euro Eintritt zahlen? Ihr spinnt wohl.“ – „Dich lass ich hier sowieso nicht mehr rein!“ – „Als ob ich darauf auch noch Wert legen würde.“
23.30 Uhr, das blau: „Wir haben noch nicht geöffnet.“

Gute Idee. Am Besten öffnet ihr morgen früh um acht, kurz vor dem Kirchgang macht es sich gut in der Disko.

Jetzt mal ehrlich, Leute: Die Saarbrücker Clubszene ist doch schlimmer als das berühmte P1 in München! Die Verantwortlichen denken sich: Die Saarländer haben eh keine Wahl, also werden sie uns schon in den Allerwertesten kriechen!

Ich für meinen Teil habe von der Clubszene in Saarbrücken genug. In Mannheim-Ludwigshafen ist es ähnlich, dort finden solche Sitten sogar in den Assi-Proll-Diskos statt. Hier wahrscheinlich auch, weiß nicht, war schon so lange nicht mehr drin. In Berlin hat kürzlich das Knaack nach fünfzig Jahren dicht gemacht, weil keiner mehr gekommen ist. Diese Traditionsdisko hat die DDR überlebt! Mit Rock-Mucke! Und geht dann pleite, weil die Security meint, ein Gnadenrecht ausüben zu müssen.

Ich habe mich dann entschlossen, der Bitte des Türstehers, mich zu schleichen, Rechnung zu tragen. Schließlich ist mein Budget gedeckelt. Habe das Geld lieber in einer gemütlichen Saarbrücker Kneipe ausgegeben, bei einem gemütlichen Roten. Dabei kostenlos Spiegel und Stern gelesen und mich nebenbei also noch über die neueste Propaganda auf dem Laufenden gehalten.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber: Ich kann auf diese Art Wochenendunterhaltung sehr gut verzichten. Und ich freue mich schon auf die nächste private Party, zu der ich eingeladen werde. Denn Security-Kräfte laufen dort ganz bestimmt nicht herum.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Nutzt doch die Kommentarfunktion am Ende des Textes! Ich bin gespannt.

PS: Für Partyeinladung gilt natürlich dasselbe ;-))

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