Sonntag, 13. Juli 2008

Einkauf zur Unzeit

Ja, ich habe vom neoliberalen Tellerchen genascht.

Ich war eben im Supermarkt einkaufen. Am Samstag um 23.30 Uhr im linksalternativ angehauchten Bergmannskiez. Und wisst ihr was? Es hat auch noch Spaß gemacht.

Als Sozialdemokrat und überzeugter Gewerkschafter geht man ja nach 18.00 Uhr normalerweise mit einem schlechten Gewissen einkaufen. Kaum im Laden, hört man das Echo des erhobenen Zeigefingers im Hinterkopf ("Auch die Verkäuferin möchte mal Feierabend
machen").


Dabei ist das irrational. Aus zwei Gründen:
1.) Würde der Laden um Punkt 18 Uhr zumachen, wenn ich nach dieser Uhrzeit nicht dorthin gehen würde? Wohl kaum.
2.) Wo kämen wir denn hin, wenn alle Menschen zur gleichen Zeit arbeiten würden?

Dann passiert das, was ich letzten Donnerstag erlebt habe: Es werden alle Päckchen nur noch in der Kernarbeitszeit, etwa von 9.00 - 13.00 Uhr, ausgeliefert.

Am Ende des Arbeitstages findet man dann einen Zettel im Briefkasten, auf dem steht, dass man seinen Ventilator in einer zwei Kilometer entfernten Postfiliale abholen soll.

Toll, denke ich, hätte ich das Teil auch bei Lidl kaufen können, wenn ich Bock drauf habe, einen
Ventilator kilometerweit durch die Straßen von Berlin zu schleppen.

Wozu nimmt man die Dienste eines Versandhauses in Anspruch?

Wohl dem, der eine Oma zuhause oder ein Auto in der Garage stehen hat.

Hab ich beides nicht. Also öffne ich jetzt schonmal das Fenster und lass den Grillgeruch rein.

Wünsche euch eine schöne Nacht und einen kühlen Kopf.

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