Dienstag, 16. Dezember 2008

Filterplörre im Pappbecher und anderes Elend

Heute Morgen war ich mal wieder schlecht gelaunt. Ich musste früher aufstehen, weil ich heute in der Dienststelle, die mal mein täglicher Arbeitsplatz gewesen war, tätig war.

Zunächst nervten mich die Raucher, die einen vom Fahrstuhl über den Hausflur, die Straßen, die S- und U-Bahnhöfe (obwohl dort verboten) überallhin verfolgen.
Während z.B. in London kaum noch einer raucht, befindet sich diese Stadt hier unverändert auf Nikotinvolldröhnung.


Dann der Kaffee. Was ich nach der Ausländerfeindlichkeit am Zweitwenigsten an der
Bundesrepublik Deutschland mag, ist, dass, wenn man unterwegs einen Kaffee bestellt, immer einen Filterkaffee kriegt, manchmal aus der Thermoskanne, manchmal abgestandenen von der heißen Herdplatte, wo er seit drei Stunden steht. Und das dann aussem Pappbecher. Na guten Appetit.

Wenn ich ihn aus der Porzellantasse trinken kann, frisch gekocht, ist es ja kein Problem. Aber am Bahnhofskiosk, wenn nebenan eine extra Maschine steht, muss man schon aktiv weghören. Das tun sie auch fleißig. Wenn ich sage, "Café creme", hören sie nur "Kaffee". Wenn ich sage
"Milchkaffee", hören Sie nur "Kaffee". Wenn ich sage, "den Kaffee aus der Maschine da, der dahinten da", hören sie auch nur Kaffee. Sie hören nur Kaffee, die Bäckereifachverkäuferinnen und Kioskbedienungen. Sie tun es immer.

Als ich dann nach 6 Stunden Dauerarbeit bei meiner Kollegin einen Filterkaffee - frisch gekocht und aus der Porzellantasse - bekam, da schmeckte der mir auch wieder gut.

Sollte eigentlich mal Kräfte wecken, ohne die Nerven allzusehr zu belasten.
So ne schöne Tasse Kaffee.
Bildquelle: Eva-Maria Roßmann  / pixelio.de

 Am Abend hab ich bei meinem Stammpizzaimbiss Dun Dun ne Meeresfrüchtepizza gegessen. Bisschen Ausgleich muss sein.

Jetzt hör ich frisch bei iTunes runtergeladene Weihnachts-Songs. Geschenke einpacken ist angesagt. Länger als eine Woche ist es noch hin, aber ich hab schon alle Geschenke. So früh habe ich das noch nicht geschafft.

Für alle, die diesen Blogeintrag lesen, habe ich noch einen ultimativen Lesetipp im Angebot: "Fucking Berlin" von Sonia Rossi - Studentin und Teilzeithure, so der Untertitel. Der ist
selbsterklärend, das Buch liest sich total schnell weg. Man taucht in eine andere Welt ein, in der man nicht leben möchte. Das Buch liefert auch einen Einblick in das Elend, das diese Stadt abseits der Sehenswürdigkeiten verbirgt. Man ist sich sicher, tiefer als jetzt kann sie nicht mehr sinken, doch sie schafft es immer wieder. Respekt.

Am Wochenende komme ich heim für einen dreiwöchigen Urlaub. Ich freu mich drauf.

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