Freitag, 26. Juni 2009

Abschied

Es gab mal eine Heinz-Becker-Episode, in der mein alter Landsmann gesagt hat, wer hätte im Oktober gedacht, dass jetzt schon wieder Weihnachten ist? Genauso fühlte ich mich heute, als meine geschätzte Kollegin Gisette zu mir meinte, sie könne es gar nicht glauben, dass heute schon mein letzter Tag ist, dabei hätte ich doch vorgestern erst den Versetzungsantrag gestellt und gestern das Gespräch in der künftigen Dienststelle. Wie Recht sie hat!


Der Reihe nach: Im Oktober erklärt mir meine Verlobte, sie habe die letzte Prüfung bestanden. Für sie beginnt ihr Arbeitsleben in der gemeinsamen Heimat, dem Saarland. Mir war klar, dass damit auch für mich der Zeitpunkt des Abschiedes von Berlin näher rücken würde. Mit dem Heiratsantrag hatte ich ja bereits öffentlich einen indirekten Rückkehrwunsch geäußert. Berlin ist zwar in der Tat so geil, wie alle sagen, aber, ehrlich, will ich mein Leben dort verbringen?

Am 8.12. stellte ich meinen Versetzungsantrag, kurz vor Weihnachten begannen wir mit der Wohnungssuche in Saarbrücken. Eine Suche, die nicht lange dauern sollte. Bereits die zweite Wohnung hatte Petra so sehr überzeugt, dass sie unsere im Dachgeschoss liegende neue Heimat unbedingt wollte. Ich stimmte zu, da die Wohnung sehr viel Charme hat.

Uns war wichtig, direkt in "die Stadt" zu ziehen, da wir nur dort ein Lebensgefühl haben können,
das dem in Berlin in etwa entspricht. An einem sonnenklaren Vormittag besiegelten wir dann in einem Café unweit der verschneiten St.Arnualer Stiftskirche den Mietvertrag mit unserem Vermieter. Seit Februar wohnt sie schon in Saarbrücken.

Da ich im Saarland eine Dienststelle gefunden hatte, die mich zu nehmen bereit war, rückte der fragliche Tag des Zusammenziehens also näher. Die Rückkehr ins Saarland. Am Montag geht es los. Zwei Möbelwagen werden vor der Tür stehen, einer fährt zum Schrottplatz, einer nach Saarbrücken. Drückt mir die Daumen, dass sie ihre Ziele nicht verwechseln!

Beim gemeinsamen Frühstück, das mir die Kollegen spendiert haben, hatten alle glasige Augen. In meiner spontanen Ansprache nahm ich Bezug auf den oben zitierten Heinz Becker: "Ich fühle mich wie James Bond, gerührt, nicht geschüttelt."

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

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